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Merkblatt Herzstillstand

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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22.11.2017: Gefahr von Herzstillstand durch das Rauchen von getrockneten Basilikumblättern

Im Bekanntenkreis eines Freundes ist folgender Fall aufgetreten:

Ein Pfeifenraucher rauchte getrocknete Basilikumblätter, auch mit Tabak vermischt, und wäre fast an einem Herzstillstand gestorben.

Ein Betroffener wurde mit Natron und Apfelessig gerettet.

These: Basilikum verursacht im Verdauungstrakt scheinbar Gase, die auf das Herz wirken.

Laut Forschung ist ein Blatt Basilikum so schädlich wie 2 Zigaretten.

Man kann daraus schliessen, dass ein hoher Konsum von Basilikumblättern im Essen ebenfalls gefährlich sein könnte.



Skandal am
Unispital Zürich 2016 bis 2020 am 7.5.2026: In der Herzabteilung starben rund 70 Patienten ZU VIEL - ein paar falsche Entlassungen und Rücktritte - keine Entschädigungszahlungen:
Universitätsspital Zürich
Arzt Plass brachte Spitalskandal ins Rollen – und wurde entlassen

https://www.20min.ch/story/universitaetsspital-zuerich-arzt-plass-brachte-spitalskandal-ins-rollen-und-wurde-entlassen-103558191

Zwischen 2016 und 2020 starben in der Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich rund 70 Patienten zu viel. Verschiedene Menschen spielten im grössten Spital-Skandal der Schweiz eine wichtige Rolle.

    Zwischen 2016 und 2020 starben in der Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich rund 70 Patientinnen und Patienten zu viel.
    Hauptfigur des Skandals ist der Herzchirurg Francesco Maisano, der Komplikationen verschwieg.
    Weitere Rollen spielten der Whistleblower André Plass, Maisanos Nachfolger Paul Vogt und der damalige USZ-CEO Gregor Zünd.
    Drei Spitalräte, die bereits zu Maisanos Zeiten im Amt waren, treten nun zurück – es ist das letzte Köpferollen in der Affäre.

Ein ehemaliger Herzklinik-Leiter implantierte an der Uni Zürich sein selbst entwickeltes Herzimplantat «Cardioband» und verursachte schwere Komplikationen: Rund 70 Patientinnen und Patienten zu viel starben am USZ. Das hat eine Untersuchungskommission am Dienstag publik gemacht.

Die ungewöhnlich vielen Todesfälle ereigneten sich zwischen 2016 und 2020. Nebst der Hauptfigur waren auch andere Menschen in den Skandal involviert.
Francesco Maisano

Hauptfigur ist Francesco Maisano, der 2014 als Leiter der Klinik für Herzchirurgie des Zürcher Universitätsspitals eingestellt wurde. Der italienische Herzchirurg hatte Patienten untaugliche Implantate eingesetzt, an denen er finanziell beteiligt war. Anschliessend soll er Komplikationen totgeschwiegen sowie wissenschaftliche Arbeiten verzerrt haben. Ein Whistleblower informierte 2019 die Spitalleitung. Es bildeten sich Fronten für und gegen Maisano.
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Im Sommer 2020 wurde Maisano beurlaubt, Anfang September 2020 kam es zur definitiven Trennung. In «gegenseitigem Einvernehmen», wie das Unispital mitteilte.
Francesco Maisano, ehemaliger Leiter der Klinik für Herzchirurgie des Zürcher Universitätsspitals, hatte das Implantat vemehrt eingesetzt.
Francesco Maisano, ehemaliger Leiter der Klinik für Herzchirurgie des Zürcher Universitätsspitals, hatte das Implantat vemehrt eingesetzt.Urs Jaudas/Tamedia AG

Das Universitätsspital hat Maisano später wegen Urkundenfälschung angezeigt. Er soll trotz Beurlaubung auf das interne Computersystem zugegriffen und Daten verändert haben. Doch die Zürcher Staatsanwaltschaft stellte Anfang 2021 das Strafverfahren ein. Es sei kein strafrechtlich relevantes Verhalten festgestellt worden.

Betreffend Maisano hatten sich zwei Fronten gebildet – eine Gruppe von Ärzten war für ihn, eine andere gegen ihn. Maisanos Unterstützer bekämpften sowohl den Whistleblower als auch alle Nachfolger von Maisano.
André Plass

André Plass (53) war ein ehemaliger leitender Arzt in der USZ-Herzchirurgie und brachte als Whistleblower die ganze Affäre ans Licht. Er meldete 2019 der Spitalleitung die Komplikationen bei Maisanos Operationen, mutmassliche Vertuschungsversuche, gefälschte wissenschaftliche Berichte sowie 17 konkrete Fälle von Fehlbehandlungen. Plass machte auch Meldungen zu weiteren Ärzten.
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Das schuf verhärtete Fronten, viele sprachen von Intrigen. Die Spitalleitung entliess Plass noch 2019, aufgrund des öffentlichen Druckes wurde er aber wieder eingestellt. Das USZ entliess ihn Ende September 2020 dann zum zweiten Mal.
André Plass  brachte die Affäre Maisano als ehemaliger leitender Arzt in der USZ-Herzchirurgie ans Licht.
André Plass  brachte die Affäre Maisano als ehemaliger leitender Arzt in der USZ-Herzchirurgie ans Licht.Sabina Bobst/Tamedia AG

Der Fall landete vor dem Zürcher Verwaltungsgericht, welches die Kündigung als rechtens bezeichnete. Denn Plass hatte am Ende die Teilnahme an Gesprächen mit dem Klinikdirektor verweigert. Es stellten sich auch Mitarbeitende gegen die Weiterbeschäftigung von Plass. Wegen dieser Umstände sei die Kündigung zulässig gewesen, so das Verwaltungsgericht. Aber auch die Direktion sei nicht schuldlos gewesen.

Plass' Meldungen blieben aber nicht ohne Folgen: Aufgrund der Vorwürfe stiess das USZ eine Untersuchung durch externe Anwälte an, welche seine Vorwürfe teilweise bestätigten. Im Mai 2026 schliesslich bat die Spitalleitung nach einer neuerlichen Untersuchung öffentlich um Entschuldigung.

Von Genugtuung will Plass dennoch nicht sprechen – zu schlimm sei das Geschehene: «Es ist erfreulich, dass die gravierenden Missstände nun bekannt werden und die Vorgänge aufgearbeitet werden, damit sich so etwas in Zukunft nicht mehr wiederholt», sagt Plass am Dienstag zu 20 Minuten.
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Irritiert ist er darüber, dass die Spitalleitung an der Medienkonferenz die Trennung von ihm erneut verteidigte, da er kein Teamplayer gewesen sei. Dies zeuge weiterhin von einer fragwürdigen Geisteshaltung.
Paul Vogt

Paul Vogt wurde im Juli 2020 Leiter der Klinik für Herzchirurgie und Nachfolger von Maisano. Bald fand er Hinweise auf ungewöhnlich viele Todesfälle und schwere Komplikationen, sodass er wenige Wochen nach Stellenantritt ein Mail an die Spitalleitung schrieb. Darin berichtete er explizit von «den Toten und den schweren Komplikationen». In einem späteren Gerichtsprozess sagte er, die Probleme seien der Spitalleitung schon lange bekannt gewesen. Bereits 2018 gab es Hinweise auf erhöhte Sterblichkeit.
Paul Vogt wurde als Nachfolger von Maisano als Leiter der Klinik für Herzchirurgie eingestellt, hat aber per November 2022 wieder gekündigt.
Paul Vogt wurde als Nachfolger von Maisano als Leiter der Klinik für Herzchirurgie eingestellt, hat aber per November 2022 wieder gekündigt.Reto Oeschger/Tamedia AG

Danach wurde er selber Ziel von Angriffen: Er wurde anonym angezeigt wegen einer Operation, bei der ein Patient verstorben war. Als der Professor den Operationssaal verlassen habe, sei es zu Komplikationen gekommen, heisst es, doch Vogt sei nicht mehr zu erreichen gewesen. Zudem habe er danach den Operationsbericht gefälscht. Der Vorwurf der fahrlässigen Tötung wurde schnell fallengelassen, die Urkundenfälschung wollte Vogt vor Gericht klären lassen, das ihn freisprach.
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Paul Vogt hat auf Ende November 2022 gekündigt. Sein Nachfolger wurde Omer Dzemali.
Die Gruppe «Honest Falcon»

Ein Kreis von Ärzten hatte die Geheimgruppe «Honest Falcon» gegründet. Es handelte sich wohl um Unterstützer Maisanos.

Die Gruppe versandte anonyme Mails an Medien, Politik und Spitalleitung, verbreitete Vorwürfe gegen Maisanos Kritiker, griff André Plass an und reichte die anonyme Strafanzeige gegen Vogt ein. Die Gruppe gab etwa OP-Details an die Medien weiter und verbreitete gezielt verzerrte Informationen. Vor allem versuchte sie, den Skandal als reinen Personalkonflikt umzudeuten. Ihre Mitglieder wurden nie identifiziert.
Thierry Carrel

Der gebürtige Freiburger Thierry Carrel wurde von Paul Vogt als sein Stellvertreter engagiert. Als Vogt das USZ verliess, wurde auch Carrel gebeten zu gehen. Nicht nur Carrel, auch andere Spitzenmedizinerinnen und -mediziner wurden gebeten, das USZ zu verlassen. Die Spitalleitung betonte immer wieder, man müsse die Vergangenheit hinter sich lassen und in die Zukunft blicken.
Als Paul Vogt das USZ verliess, musste auch sein Stellvertreter Thierry Carrel gehen.
Als Paul Vogt das USZ verliess, musste auch sein Stellvertreter Thierry Carrel gehen.BZ
Omer Dzemali

Seit Dezember 2022 ist Omer Dzemali Direktor der Klinik für Herzchirurgie. «Die Art, wie Dzemali zum Klinikchef ernannt wurde, hat bei Herzspezialistinnen und -spezialisten und in universitären Kreisen national und international Kopfschütteln ausgelöst», schrieb der «Tages-Anzeiger» nach dem Rauswurf von Carrel.
Seit 2022 ist Omer Dzemali Direktor der Klinik für Herzchirurgie.
Seit 2022 ist Omer Dzemali Direktor der Klinik für Herzchirurgie.Dominique Meienberg/Tages-Anzeiger

Eigentlich seien explizit Bewerberinnen gesucht worden. Zudem bringe Dzemali wenig Erfahrung mit Herztransplantationen mit und sei in Forschungsarbeiten nur wenig zitiert worden.
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Das USZ ist mit der Leitung Dzemalis der Klinik für Herzchirurgie jedoch sehr zufrieden. Er habe personelle, organisatorische und unternehmenskulturelle Änderungen gut umgesetzt.
Gregor Zünd

Gregor Zünd war von 2016 bis Mai 2023 CEO des Universitätsspitals Zürich und in der fraglichen Zeit zuständig. Wie Vogt im Gerichtssaal sagte, soll Gregor Zünd Maisano überhaupt erst ins Haus gelassen und bis zuletzt die schützende Hand über ihn gehalten haben.
Gregor Zünd war in der fraglichen Zeit CEO des Universitätsspitals Zürich.
Gregor Zünd war in der fraglichen Zeit CEO des Universitätsspitals Zürich.Urs Jaudas/Tages-Anzeiger

Laut «Inside Paradeplatz» soll Zünd eine Abgangsentschädigung von einer halben Million Franken erhalten haben.

Monika Jänicke übernahm 2023 als neue CEO. Sie gehörte im Mai 2024 zu den Initianten der externen Untersuchung.
Monika Jänicke ist seit 2023 CEO des Universitätsspitals Zürich.
Monika Jänicke ist seit 2023 CEO des Universitätsspitals Zürich.Screenshot Pressekonferenz
Martin Waser

Damaliger Spitalrats-Präsident war Martin Waser. Im Laufe der Maisano-Entlassung gaben sowohl er wie auch zwei weitere Mitglieder des Spitalrats im November 2020 ihren Rücktritt bekannt. Ebenfalls zurückgetreten sind damals Vizepräsident Urs Lauffer und Annette Lenzlinger.

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli begrüsste damals Wasers Rücktritt und sagte zu den Problemen am Zürcher Unispital: «Es wurden sicher Fehler gemacht.» Sie hatte ein Gutachten in Auftrag gegeben, das strukturelle Mängel am Spital benannte. «Wenn es zu Missständen kam, hatte der CEO zu wenig Handhabe, um sich durchzusetzen», so Rickli.
Der damalige Spitalrats-Präsident Martin Waser trat wegen der Maisano-Affäre im November 2020 zurück.
Der damalige Spitalrats-Präsident Martin Waser trat wegen der Maisano-Affäre im November 2020 zurück.Reto Oeschger/Tamedia AG
Anwaltskanzlei Walder Wyss AG

Die Spitalleitung hatte die Anwaltskanzlei Walder Wyss beauftragt, die Vorkommnisse an der Herzklinik zu untersuchen. Der im März 2021 veröffentlichte Schlussbericht kam zum Schluss, es gebe keine Hinweise auf Mängel in Bezug auf die medizinische Leistung Maisanos. Die Juristen erkannten aber Interessenkonflikte und bestätigten, dass Maisano Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften geschönt habe.
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Trotzdembetonte das USZ weiterhin, Personen seien keine zu Schaden gekommen. Das stimmt nachweislich nicht, wie der aktuelle Bericht nun aufdeckt.
Im Auftrag der Spitalleitung untersuchte die Anwaltskanzlei Walder Wyss die Vorkommnisse an der Herzklinik.
Im Auftrag der Spitalleitung untersuchte die Anwaltskanzlei Walder Wyss die Vorkommnisse an der Herzklinik.Google Street View
Die drei zurückgetretenen Spitalräte

CEO Monika Jänicke, der heutige Spitalrats-Präsident André Zemp und der heutige Herzklinik-Direktor Omer Dzemali ordneten im Mai 2024 die externe Untersuchung an, die nun die schockierenden Ergebnisse zutage förderte.

Diese Erkenntnisse führten nun zum letzten Köpferollen im Skandal: Drei Spitalräte, die bereits zu Maisano-Zeiten im Amt waren, treten nun zurück. Selbst die Zürcher Gesundheitsdirektion teilte in einer Medienmitteilung mit, dass sie den freiwilligen Rücktritt von Franz Hoffet (seit 2015), Regula Lüthi (seit 2019) und Franziska Mattes (seit 2019) begrüsse.


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Unispital Zürich am 7.5.2026: Der Verschweiger-Chirurg Maisano hat mit eigenen Herzimplantaten experimentiert - ist ein Todschläger - aber lebt in Italien als Multimillionär:
Trotz Todes-Implantaten und 70 Opfern am Universitätsspital Zürich:
Herzchirurg Maisano ist in Italien ein Superstar – und Multimillionär
https://www.blick.ch/schweiz/trotz-todes-implantaten-und-70-opfern-am-universitaetsspital-zuerich-herzchirurg-maisano-ist-in-italien-ein-superstar-und-multimillionaer-id21930614.html

70 Todesfälle soll Herzchirurg Francesco Maisano am USZ zwischen 2016 und 2020 verursacht haben
Sein Cardioband galt als revolutionär, stellte sich jedoch als gefährlich heraus
Im 2017 wurde die Entwicklerfirma für 600 Millionen Dollar verkauft, Maisano profitierte finanziell

Nicolas Lurati und Martin Meul -- 70 Tote. So viele Menschenleben könnte Herzchirurg Francesco Maisano (59) auf dem Gewissen haben. Denn seine «revolutionären» Herzimplantate erwiesen sich als tödlich. Trotzdem: In Italien lebt der Doktor, als wäre nichts gewesen. Eine Spurensuche.

In Zürich soll Herzchirurg Francesco Maisano für 70 Todesfälle zwischen 2016 und 2020 verantwortlich sein. So hoch war die Übersterblichkeit am Universitätsspital Zürich (USZ), während Maisano Chef war. Ein entsprechender Bericht schockierte diese Woche das Land. Das Spital hat denn auch beschlossen, 24 der Fälle an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten. Ein Starchirurg auf der Anklagebank?

Im Fokus steht das Cardioband, ein Herzimplantat, das als revolutionär galt – und sich als tödlich erwies. Das Cardioband ist ein minimalinvasives Herzklappen-Reparatursystem. Es war als System für die Behandlung einer undichten Mitralklappe gedacht. Der Vorteil: Ein Öffnen des Brustkorbs ist bei dieser Reparatur nicht nötig, was das Risiko bei der Operation eigentlich verringern sollte.

Maisano arbeitet jetzt in Mailand, 200 Kilometer südlich von Zürich, als wäre nichts gewesen. Seit 2021 ist er Direktor der Herzchirurgie und des Herzklappenzentrums am IRCCS San Raffaele, einem der angesehensten Spitäler der Welt. Zudem amtet er als ordentlicher Professor an der Universität Vita-Salute San Raffaele. Und Maisano ist in mehreren wissenschaftlichen Gremien aktiv, etwa einer Ethikkommission in der Region Aostatal.

Als Superstar der Medizin operierte der Herzchirurg auch Promis wie Flavio Briatore (76), den Sport- und Industriemanager und aktuellen Teamchef des Alpine F1 Teams. Maisano entfernte Briatore 2024 einen Tumor am Herzen. Briatore lobte danach den Chirurgen, wie «Sky» berichtete. «Die Operation verlief voll und ganz zufriedenstellend, und ich danke Professor Francesco Maisano herzlich.»

Spurensuche auf dem Spitalgelände
Blick begibt sich in Mailand auf die Spuren von Maisano. Auf dem Gelände des San-Raffaele-Spitals.

Der Mitarbeiter einer Pharmafirma sagt zu Blick: «Der Name Maisano sagt mir etwas.» Aber vom Fall aus Zürich hat er noch nie gehört.

Der Mann führt aus: «Ich will Maisano nicht in Schutz nehmen. Und man muss fairerweise sagen, dass er sich exponiert hat, indem er es mit sehr komplizierten Fällen mit ohnehin schon hoher Mortalität zu tun hatte.»

Ansonsten hat aber niemand eine Ahnung davon, dass einer der Topärzte des Spitals die zentrale Figur eines der grössten Medizinskandale der Schweiz ist.

Ein Gott in Weiss
Derweil fühlt sich der hochdekorierte Professor als Opfer des USZ. Auf Google kommentieren die Patienten die Leistungen des Arztes. Eine schlechte Rezension erwähnt den Skandal in Zürich – und trifft beim Mediziner einen Nerv. Der schiesst in einem Kommentar zurück: «Ich bin nicht verpflichtet, mich zu äussern, weil das Zürcher Spital mich zum Rücktritt und zum Schweigen gezwungen hat.» Er habe nur einen Wunsch: wieder zu arbeiten, wie er es seit 35 Jahren tue. «Mit Leidenschaft, Ethik und technischem Können. Zu behandeln und zu pflegen.» Reue? Fehlanzeige!

Während Maisanos Anstellung dem USZ schlimme Bauchschmerzen bereitet, hat der Skandal dem Herzchirurgen selbst tatsächlich keinen einzigen Zacken aus der Krone gebrochen. Im Gegenteil: Maisano gilt als innovativer Mediziner, ist gefragter denn je – ein Gott in Weiss.

Vielleicht auch deshalb hat der Bericht aus Zürich in Italien bislang keine grossen Wellen geschlagen. Die sonst so kritischen und lautstarken Leitmedien des Landes halten sich vornehm zurück. Der Skandal in Zürich ist ennet der Grenze schlicht kein Thema.

Millionendeal
Maisano ist nicht nur ein Star, sondern auch ein reicher Mann. Die Firma Valtech Cardio, die das Cardioband entwickelt hat, wurde 2017 für über 300 Millionen Dollar von Edwards Lifesciences übernommen.

Pikant dabei: Francesco Maisano war bei der Verwendung des Cardiobands nicht nur klinisch involviert, sondern soll auch finanziell vom Erfolg und der Vermarktung der Technologie profitiert haben. Bei einem Verkaufspreis von über 300 Millionen dürfte ihn das zum Multimillionär gemacht haben.

Ein Problem darin sieht der Starchirurg nicht. Gemäss «Medinside» sagte Maisano zur USZ-Task-Force: «Das Profil als international anerkannter Innovator und Pionier macht enge Industriekooperationen zwingend erforderlich. Diese waren dem USZ bekannt und haben dessen internationale Sichtbarkeit massgeblich gestärkt.»

Heute ist klar: Maisanos Wunderband hat dem USZ tatsächlich Sichtbarkeit beschert. Dies jedoch in der denkbar schlechtesten Weise, denn die Affäre ist einer der grössten Medizinskandale der Schweizer Geschichte. Verständlich, dass das Cardioband an Maisanos neuer Wirkungsstätte deshalb bis jetzt nicht zum Einsatz gekommen ist, wie das Spital San Raffaele gegenüber 20min.ch erklärte.




10.5.2026: Cardioband auch im Inselspital Bern:
Herzchirurgie: Umstrittenes Cardioband auch in anderen Spitälern eingesetzt
https://www.20min.ch/story/herzchirurgie-skandal-usz-universitaetsspital-zuerich-einsatz-auch-im-inselspital-103560435

Yasmin Rosner -- Neben dem Universitätsspital Zürich wurde das Cardioband laut einem Medienbericht unter anderem auch im Inselspital Bern implantiert. Interne Abklärungen wurden eingeleitet.

An der Herzklinik des Universitätsspitals Zürich herrschte unter der Leitung von Francesco Maisano über Jahre hinweg eine überhöhte Sterblichkeitsrate. Etwa 75 Todesfälle wurden als «nicht erwartbar» oder «eher nicht erwartbar» eingestuft. Insbesondere ein von Maisano erfundenes und höchst umstrittenes Cardioband steht im Fokus. Nun wird bekannt: Das Universitätsspital Zürich ist nicht das einzige Spital, in dem das Implantat zum Einsatz kam, schreibt die «NZZ am Sonntag».

So wurde der künstliche Ring zur Reparatur undichter Herzklappen auch im Inselspital Bern verwendet. Gemäss dem Bericht wurde es 36 Mal bei Operationen implantiert. Man habe keine auffälligen Todesfälle festgestellt, ob es zu Komplikationen gekommen sei, dazu sage das Spital aber nichts. Interne Abklärungen seien eingeleitet worden.

Neben dem Inselspital ist das Cardioband demnach auch im Luzerner Kantonsspital, im Tessiner Herzzentrum oder in einem Mailänder Spital eingesetzt worden. In letzterem ist Maisano weiterhin als Chirurg tätig.

Dank an Whistleblower von Spitaldirektorin
Eine wichtige Rolle bei der Aufklärung des Skandals um das Universitätsspital Zürich spielten unter anderem der ehemalige leitende Herzchirurg André Plass. Als «Dank» für seine Interventionen wurde Plass entlassen und öffentlich diskreditiert. Das soll sich nun ändern: «Ich bedanke mich beim Whistleblower. Herr Plass hat auf diese Missstände öffentlich aufmerksam gemacht und danach das Thema immer wieder aufgebracht. Dafür gebührt ihm Respekt», sagt die Spitaldirektorin Monika Jänicke, die seit 2023 im Amt ist, im Interview mit der «SonntagsZeitung».

Künftig will sie bei Interessenkonflikten durchgreifen. Im Fall ­Maisano gibt es den Verdacht, dass er vor ­allem den Wert seiner Beteiligung an einem Start-up im Kopf hatte, als er den Patienten sein Cardioband einsetzte. Das soll künftig nicht mehr möglich sein. «Wir schauen uns ­alles an. Seit dem 1. April ist keine einzige Nebenbeschäftigung oder ­Beteiligung an einem Unternehmen mit Konfliktpotenzial bewilligt, egal wie lange sie schon besteht. Alles muss bis zum 20. Mai neu beurteilt und bewilligt werden», sagt Monika Jänicke.








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